An der Spitze tat sich dagegen fast Nichts, Will Power führte vor Castroneves, Dixon und Franchitti. Erst in Runde 27 fasste sich Ryan Briscoe ein Herz und überholte in einer Runde sowohl Franchitti und Dixon, um so Team Penske eine 1-2-3 Führung zu ermöglichen. Dahinter zeigte Simona de Silvestro auf Platz 6 eine beachtenswerte Leistung und erst ein Kontakt in Runde fünf mit EJ Viso, verhinderte eine kleine Sensation der jungen Schweizerin. Der Crash warf sie dann jedoch eine Runde zurück. Wenig Glück hatte ebenfalls Justin Wilson, welchem die hinteren Stoßdämpfer einen Strich durch die Rechnung machten. Der Brite hatte einige haarsträubende Hochgeschwindigkeits-Zwischenfälle zu überstehen und fiel im Zuge seine Reparatur-Boxenstopps weit zurück.
Erst ab Mitte des Rennens kam etwas Würze in das Rennen, denn nach den ersten Boxenstopps, versuchten sich einige Piloten mit alternativen Reifen-Pokerspielchen was nach dem Restart in Runde 53 zu einigen Scharmützeln führte. Als erstes nahm Tony Kanaan Alex Tagliani aus dem Rennen, als dieser Kanaan überholen wollte und von diesem in einen Dreher gezwungen wurde, welcher auch Romancini's Rennen abrupt beendete. Den Restart in Runde 59 nutzte dagegen Tracy für sich aus und zog an Hunter-Reay vorbei, um Position 6 zu festigen. Gleichzeitig verlor direkt vor ihm Ryan Briscoe zwei Plätze an das Ganassi-Duo um Dixon und Franchitti, welche sich nun wieder auf den Plätzen 3 und 4 befanden.
Es schien fast ein wenig, als hätte sich zu der 2. Runde der Boxenstopps alle mit dem Sieg von Will Power abgefunden, als plötzlich Helio Castroneves in Runde 77 zu einem Überraschungsmanöver gegen Power ansetzte. Der Brasilianer setzte im Schluß-Stint auf die Firestone Reds, während Power auf die Blacks vertraute. Castroneves tankte sich an seinem Teamkollegen vorbei und konnte sich sofort absetzen, während Power unter Druck von Scott Dixon geriet. Ab Runde 84 erholten sich Powers Reifen und es schien als könne er sich wieder auf die Jagd nach Castroneves machen, es verblieben ihm immerhin noch 11 Runden.
Als Simona de Silvestro's Wagen in Runde 89 allerdings an einer gefährlichen Stelle ausrollte, entschieden die IZOD IndyCar Series Offiziellen zu einer weitere Gelbphase und sorgten somit für einen spannenden Restart in Runde 92. Während Tracy und Briscoe um Position 5 kämpften, dieses Mal mit dem schlechteren Ausgang für Tracy, welcher prompt auf P7 durchgereicht wurde, schickte sich Will Power an, Castroneves die Führung wieder abzujagen.
Das Überholmanöver in Turn 1 misslang dem Australier allerdings, da er auf den rutschigen Teil der Strecke kam und sogar noch Dixon ziehen lassen musste. Castroneves führte 2 Runden vor Schluß vor Dixon, Power und Franchitti, als Rennleiter Brian Barnhart überraschend eine Durchfahrtstrafe wegen Blockierens gegen Castroneves aussprach. Der Brasilianer machte allerdings keine Anzeichen seine Box anzusteuern und fuhr somit als Erster nach 95 Runden über die Ziellinie, während Dixon vom Zeiten-Computer als Sieger angezeigt wurde.
Während Dixon gar nicht so Recht realisierte, dass er das Rennen gewonnen hatte, rastete Castroneves völlig aus und versuchte Barnhart mit seinen Fäusten zu überzeugen. Bevor er allerdings den umstrittenen Chief of IndyCar Competition erreichte, konnten ihn die Security und Penske-Präsident Tim Cindric aus dem Verkehr ziehen.
Was bleibt ist ein sehr fader Nachgeschmack, eines am Ende sehr turbulenten Rennens, welches am Ende Scott Dixon geschenkt wurde, während der Dominator des Rennens, Will Power Zweiter wurde. Für Dixon ein tolles Geschenk zu seinem 30. Geburtstag und für Ganassi Racing ein toller Abschluss des Tages, nachdem man bereits im Laufe des Tages das Nascar Rennen in Indianapolis gewinnen konnte.
Hinter Franchitti und Briscoe kam Hunter-Reay als bester Pilot des "Rest des Feldes" ins Ziel, ein Platz den sich eigentlich Paul Tracy verdient hatte, aber der Kanadier kam bei seinem ehrgeizigen Manöver gegen Briscoe beim Restart auf das Grass und musste Briscoe und Hunter-Reay vorbeilassen. Hinter Tracy platzierte sich die komplette KV Racing Gang, mit Moraes, Viso und Sato, so dass zum ersten Mal in dieser Saison alle KVRT Autos ohne größere Schäden ins Ziel kamen, lediglich Tracy und Viso hatten Feindkontakt, ganz können es die KVRT-Piloten dann doch nicht lassen. Das ausgerechnet ein Routinier wie Tracy die Stammpiloten hinter sich lässt, sollte Jimmy Vasser und Kevin Kalkhoven etwas zu Denken geben, was die Performance ihrer Truppe betrifft.
Alle Rennergebnisse Edmonton
Geschrieben 26-07-2010, 01:23
Updated 26-07-2010, 09:32
Fotos IMS
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